UN-Ermittlungen beweisen: Völkermord an Jesid:innen durch den „IS“

In seinem Abschlussbericht stuft das Ermittlungsteam „Unitad“ die Ermordung, Vertreibung und Versklavung von Jesid:innen im Irak als Genozid ein. Untersuchungsleiter Karim Khan erklärte vor dem UN-Sicherheitsrat, das Team habe Angriffe, sexuelle Sklaverei, Verbrechen gegen Kinder und Massentötungen geprüft.

2014, als der IS im Nordirak die Kontrolle übernahm, versklavte er zahlreiche Jesid:innen und tötete geschätzt 10.000 Menschen. Darüber hinaus wurde der Großteil der knapp 500.000 Jesid:innen vertrieben. Die Jesid:innen sind eine religiöse Minderheit aus dem Irak, Syrien, der Türkei und dem Iran stammend, die seit Jahrhunderten verfolgt werden.

Trotz Anerkennung des Völkermordes gilt in Deutschland für sie bis heute kein genereller Anspruch auf Anerkennung als Geflüchtete. Kürzlich entschied das Oberverwaltungsgericht Münster gegen eine 19-jährige irakische Jesidin in Solingen, die gegen ihre Abschiebung geklagt hatte, dass Jesid:innen im Irak keine Verfolgung mehr drohe. Siehe auch TAZ.

Bild: © DW, Y. Akgül

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