Kulturkampf in der Türkei: Konzerte im Visier

In jüngster Zeit fallen in der Türkei vermehrt Konzerte und andere Kulturveranstaltungen Verboten zum Opfer. Mit Verweis auf Sicherheitsbedenken oder die ansonsten in der Türkei aufgehobenen Maßnahmen gegen die COVID19-Pandemie verhindern Gouverneure und Stadtverwaltungen der Regierung kurzfristig die Auftritte – häufig sind kurdische und armenische Musikerinnen und Musiker davon betroffen. Besondere Prominenz hat der Fall der preisgekrönten kurdisch-alevitischen Sängerin Aynur Doğan bekommen, deren geplantes Konzert in der Provinz Kocaeli mit fadenscheiniger Begründung abgesagt wurde. Der international renommierte Pianist Fazıl Say sprang ihr bei und forderte bei Twitter seine Followerschaft auf, zu einem Folgekonzert der Sängerin in Istanbul zu gehen. Kritiker sehen in der aktuellen Zensurwelle einen Versuch der Regierungsparteien, ihre Anhänger gegen eine vermeintlich unmoralische und landesverräterische Opposition aufzuwiegeln.

Mehr dazu beim Tagesspiegel, Al-Monitor (auf Englisch) und Bianet (Auf Englisch).

Foto: Aynurdogan.net

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