Homophobie-Vorwürfe: Rheinland-Pfalz überprüft DITIB-Vereinbarung

Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz prüft, ob der türkische Moscheeverband DITIB weiter wie vereinbart in den islamischen Religionsunterricht im Land eingebunden werden soll. Ende März war der Vorsitzende der DITIB Rheinland-Pfalz, Yılmaz Yıldız, von seinem Amt zurückgetreten, nachdem es massive Kritik der Landesregierung an der Einladung eines bekannten homosexuellenfeindlichen Historikers durch DITIB erfolgte.

Die Welt hatte in diesem Zusammenhang berichtet, der Historiker Ahmet Şimşirgil habe öffentlich davor gewarnt, dass der Westen mit Hilfe der „LGBT-Lobby“ versuche, Familienstrukturen zu zerstören und Homosexualität zu verbreiten.

Der Landesvorstand der DITIB Rheinland-Pfalz hatte sich daraufhin vom Gedankengut Şimşirgils distanziert und die Aussagen als „offene Hetze gegen Menschen aufgrund ihrer ethnischen, geschlechtlichen, religiösen oder weltanschaulichen Ansichten“ verurteilt.

In seiner Rücktrittserklärung an die Gemeinden, verurteilt Yıldız nach Informationen des ARD-Politmagazins Kontraste die Aussagen Şimşirgils jedoch nicht. Er spricht vielmehr von einer Art Kampagne, die gegen DITIB losgetreten worden sei.

Volker Beck, ehemaliger Bundestagsabgeordneter der Grünen und Lehrbeauftragter am Centrum für Religionswissenschaftliche Studien in Bochum, übt scharfe Kritik am Verhalten der Landesregierung von Rheinland-Pfalz: auch an anderer Stelle hätten DITIB-Vertreter in Fragen der Homosexualität stets auf das religiöse Selbstbestimmungsrecht verwiesen. Homosexuellenfeindlichkeit und Israel-Hass der Diyanet seien „religiös begründet“, so Beck. Daher müssten vor einer Zusammenarbeit zunächst die Verbindungen der DITIB zur türkischen Religionsbehörde „komplett gekappt werden“. Weitere Informationen finden Sie unter Tagesschau.

Bild: © Tagesschau

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