Finanzskandal erschüttert das System AKP

12.10.2026 | News

Der größte Finanzskandal in der Geschichte der Türkei trifft die AKP politisch weiterhin empfindlich, in dem er die Vorwürfe wegen Korruption und Vetternwirtschaft in Regierungskreisen indirekt bestätigt Die Manipulationen der Insider betreffen offensichtlich über 455.000 geschädigte Anleger und Kleinsparer. Es geht um Vermögenswerte in Milliardenhöhe, die teilweise ins Ausland transferiert wurdenFatma Betül Sayan Kaya, stellvertretende AKP-Vorsitzende und Ex-Familienministerin, trat von allen ihren Ämtern zurück. Ihr und ihrem Ehemann werden Aktiengeschäfte im Umfeld der manipulierten Fonds vorgeworfen; ihr Vermögen wurde eingefroren.

Özgür Özel, Vorsitzender der größten Oppositionspartei Yeni Yol, spricht von einem „Raub des Jahrhunderts“, bezeichnet Frau Kaya nur als „Spitze des Eisbergs“ und wirft der Regierung vor, die wahren Profiteure zu verschweigen: auch ihre Minister hätten über Strohmänner, Offshore-Konten in Luxemburg sowie Banken im Ausland vom Börsenskandal profitiert.

Die prokurdische DEM Partei betont, es handle sich um Folgen unkontrollierter Finanzmärkte und der Wirtschaftspolitik der Regierung. Präsident Erdoğan versprach hingegen Aufklärung „ohne Ansehen von Personen“. Zugleich versucht die Regierung, den Schaden einzugrenzen, indem sie von einem begrenzten Kapitalmarktproblem spricht. Mehrere Journalisten, die über den Skandal berichteten wurden festgenommen; der Internet-Zugang zu mehreren Nachrichtenportalen wie T24 wurden gesperrt.

Foto: T24