Aufarbeitung und Anerkennung von Völkermorden: Kolonialverbrechen des Deutschen Reiches anerkannt

Tobias Pflüger, Bundestagsabgeordneter der Linken, hat in einer Rede bei der diesjährigen Gedenkveranstaltung in Stuttgart die Bundesregierung aufgefordert, den Genozid an den Pontos-Griechen und die Mitverantwortung des Deutschen Reiches anzuerkennen und „die Völkermorde an Armeniern, Assyrern/Aramäern und den Pontos-Griechen, in denen auch das Deutsche Reich involviert war“, verpflichtend in die Lehrpläne aufzunehmen.

Pontos-Griechen erinnern am 19. Mai an die über 350.000 Opfer in den Jahren 1919 bis 1924 und fordern ihre Anerkennung. Wie der Völkermord an den Armeniern wurden nach Ansicht vieler Wissenschaftler auch diese Verbrechen mit Wissen und vor den Augen des Deutschen Reiches begangen, das sich als Verbündeter an die Seite des Osmanischen Reiches gestellt hat.

Der 4. Mai ist der Jahrestag des Völkermordes an der Bevölkerung in Dersim in den Jahren 1937-1938. Hier hat Hitler-Deutschland nach vorliegenden Erkenntnissen das Giftgas zur Vernichtung der Menschen in Dersim an die Türkei geliefert.

Der Bundestag hatte erst am 2. Juni 2016 in einer Resolution die Ermordung von etwa 1,5 Millionen Armeniern als Völkermord anerkannt.

Nach jahrelangen Bemühungen hat die Bundesregierung am 28. Mai 2021 die Kolonialverbrechen an den Herero und Nama in Namibia als Völkermord anerkannt. Bundesaußenminister Heiko Maas erklärte zu den Ereignissen der deutschen Kolonialzeit im heutigen Namibia und insbesondere den Gräueltaten in der Zeit von 1904 bis 1908: „Wir werden diese Ereignisse jetzt auch offiziell als das bezeichnen, was sie aus heutiger Perspektive waren: ein Völkermord“. Siehe auch Griechenland Zeitung, Süddeutsche Zeitung und DW.

Bild: © DW, W. Gebert

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